Regeln und Prozesse

5. Verantwortung

5. Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Die Vorstandsvorsitzende, Frau Dr. Wolff-Hertwig, zeichnet für Nachhaltigkeit im HSE-Konzern verantwortlich. Ihr wird in diesem Zusammenhang von der Abteilung Nachhaltigkeitsmanagement im Bereich Unternehmenskommunikation und Public Affairs zugearbeitet.

6. Regeln und Prozesse

6. Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Richtschnur sowohl für unser Nachhaltigkeitsengagement als auch unser Nachhaltigkeitsmanagement sind neben externen Standards für verantwortungsbewusste Unternehmensführung die Grundsätze, die wir im unternehmenseigenen Leitbild und unseren Richtlinien formuliert haben.

Das Unternehmensleitbild der HSE fußt auf den Prinzipien der Nachhaltigkeit und der Generationengerechtigkeit. Der Konzern bekennt sich damit zu seiner ökologischen und sozialen Verantwortung, der er neben seinen ökonomischen Zielen gerecht werden möchte. Das erfordert einen integrierten Ansatz für das Management der Dimensionen Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft. Die Nachhaltigkeitsstrategie ist also kein beigeordnetes Element, sondern wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmensstrategie.

Um diese unternehmerischen Grundsätze im Geschäftsalltag umzusetzen, haben wir in der Umwelt- und Energiepolitik, den CSR-Grundsätzen und der Lieferanten-Policy die Leitlinien für drei zentrale Handlungsfelder formuliert:

Umwelt- und Energiepolitik

Die Umwelt- und Energiepolitik des HSE-Konzerns gibt den Rahmen für die Aktivitäten des Konzerns und der Gesellschaften vor. Das Ziel ist eine möglichst weitgehende Reduktion von direkten und indirekten negativen Umwelteinwirkungen durch unsere Geschäftstätigkeit. Die strategische Umsetzung über den Dreiklang "vermeiden, vermindern und kompensieren" erfolgt auf der Grundlage der anerkannten Standards für Umwelt- und Energiemanagement.

Die Umwelt- und Energiepolitik stellt für uns eine Verpflichtung zur ständigen Verbesserung dar, der sich die Führungskräfte und die Mitarbeiter im HSE-Konzern gemeinsam gerne stellen. Unsere strategischen und operativen Ziele sind mit ihr konform oder leiten sich sogar direkt aus ihr ab. Wir streben durch unser Handeln und Engagement deren Erreichung an. Dazu stellt die HSE die erforderlichen Ressourcen zur Verfügung. Sowohl die Umwelt- und Energiepolitik als auch die daraus abgeleiteten Umwelt- und Energieziele werden regelmäßig geprüft und bei Bedarf aktualisiert.

Grundsätze:

Es ist unser erklärtes Ziel, bei all unseren Aktivitäten die negativen Einwirkungen auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten und im Rahmen unserer Möglichkeiten an der Lösung der regionalen und globalen Umweltprobleme mitzuwirken. Hierfür setzen wir zur Vermeidung von negativen Umwelteinwirkungen auf neue Technologien, bieten Effizienz steigernde Dienstleistungen an und vertreiben nachhaltige Energieprodukte sowie solche zur Kompensation von unvermeidbaren Umwelteinwirkungen.

Unser Umwelt- und Energiemanagement stellt sicher, dass gemeinsam mit Zulieferunternehmen, Dienstleistern und Handelspartnern die Umwelteinwirkungen unserer Unternehmenstätigkeit effizient, systematisch und kontinuierlich über den gesamten Lebenszyklus verbessert, sowie die Energieeffizienz kontinuierlich erhöht werden.

Zur langfristigen Sicherung des Unternehmens und zur Steigerung unserer Wettbewerbsfähigkeit entwickeln wir in diversen Kooperationen nachhaltige Produkte, Prozesse und Konzepte gemäß dem Grundprinzip aus vermeiden, vermindern und kompensieren.

Die offene und klare Information sowie der Dialog über umweltrelevante Kontexte mit Privat- und Geschäftskunden, Zulieferern und Öffentlichkeit sind für uns selbstverständlich. Die Zusammenarbeit mit Politik und öffentlicher Verwaltung beruht auf einer handlungsorientierten und vertrauensvollen Grundhaltung.

Alle Mitarbeiter des HSE-Konzerns werden entsprechend ihren Aufgaben im Umwelt- und Energiemanagement informiert und qualifiziert. Sie sind zur Umsetzung dieser Grundsätze sowie zur Erfüllung der gesetzlichen und behördlichen Auflagen verpflichtet.

CSR-Grundsätze

Als Eckpfeiler der sozialen Dimension der nachhaltigen Unternehmensentwicklung wurde das bestehende Instrument des Code of Conduct weiterentwickelt und um die Orientierung am Deutschen Corporate Governance Kodex und den Prinzipien des Global Compact ergänzt. Der Code of Conduct definiert unser Verständnis von ethischen Grundsätzen für unser Verhalten in der Geschäftswelt und gegenüber der Gesellschaft.

Die HSE unterstützt seit Ende 2010 die Global Compact Initiative der Vereinten Nationen und engagiert sich im Deutschen Global Compact Netzwerk. Diese UN-Initiative für das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen in der Weltwirtschaft definiert klare Richtlinien zur Einhaltung der Menschenrechte, bestimmter Arbeitsnormen, der Sicherung des Umweltschutzes und der Korruptionsbekämpfung.

Der Vorstand hat 2009 zudem erklärt, dass die HSE den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 18. Juni 2009 folgt. Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) dokumentiert die Grundsätze für eine wertorientierte, transparente Unternehmensführung und Kontrolle. Um die Einhaltung der darin formulierten Empfehlungen abzusichern, hat die HSE ein Compliance-Management-System etabliert.

Diese CSR-Grundsätze greifen also im Code of Conduct ineinander und spannen so den verbindlichen Regelungsrahmen für unser Verständnis von "gutem Unternehmertum" im Umgang mit Mitarbeitern, externen Stakeholdern und der Gesellschaft.

Lieferanten-Policy

Ein weiteres Kernthema auf unserer Nachhaltigkeitsagenda ist die Verantwortungsübernahme in der Lieferkette (Supply Chain). Nicht nur im eigenen Unternehmen, sondern auch von unseren Zulieferern erwarten wir, dass sie selbst und in ihrer Lieferkette die Einhaltung von Menschenrechten, Arbeitnehmerrechten, Umweltschutzbestimmungen sowie der Arbeitssicherheits- und Antikorruptionsbestimmungen sicherstellen.

Damit verfügt die HSE über klare Leitlinien für ihr Handeln, die den Weg zum Nachhaltigkeitskonzern in allen Dimensionen der Nachhaltigkeit absichern.

7. Kontrolle

7. Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Ein zentraler Bestandteil unseres Nachhaltigkeitsmanagements ist ein IT-basiertes Informationssystem, das der HSE eine zentrale, unternehmensweit einheitliche Datenbank für die Berichterstattung, die Auswertung und das Management von Nachhaltigkeitsindikatoren zur Verfügung stellt.

Im gesamten Konzern agieren über 50 Nachhaltigkeitsbeauftragte, die relevante Informationen in diese Datenbank einpflegen und bei der weiteren Entwicklung des Nachhaltigkeitsmanagements als Ansprechpartner in der Fläche fungieren.

Neben einer validen Datenbasis und klaren Leitlinien für das unternehmerische Handeln sind für uns überprüfbare Nachhaltigkeitsziele, an denen die Nachhaltigkeitsleistung des gesamten Konzerns und damit auch die Führung des Unternehmens gemessen werden kann, unabdingbar.

Diese Ziele basieren wiederum auf zuvor definierten Kernindikatoren (KPIs), die wir nach Wesentlichkeitsgesichtspunkten in Anlehnung an die Indikatoren der Global Reporting Initiative (GRI) und dem AccountAbility AA1000 Standard entwickeln, und über die nachhaltigkeitsrelevante Prozesse gesteuert werden.

Beispielhafte Kennzahlen sind:

- Emissionen aus Erzeugung pro erzeugter MWh
- Emissionen aus Eigenverbrauch und Mobilität pro Mitarbeiter
- Ökostromquote
- CDP-Scoring

Weitergehende Informationen entnehmen Sie bitte unserem Nachhaltigkeitsbericht 2014

Leistungsindikatoren (KPI)

Leistungsindikator G4-56
Beschreiben Sie die Werte, Grundsätze sowie Verhaltensstandards und -normen (Verhaltens- und Ethikkodizes) der Organisation. Link

Die HSE hat einen Code of Conduct entwickelt, der Verhaltenshinweise für regelkonformes Verhalten im Geschäftsalltag enthält. Er wurde im Berichtsjahr aktualisiert, vom Vorstand beschlossen und im Intranet veröffentlicht. Im Folgenden werden seine wesentlichen Inhalte wiedergegeben:

Eine umweltgerechte und nachhaltige Energieversorgung ist aus unserer modernen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Die HSE hat sich dieser Herausforderung mit Klima- und Nachhaltigkeitskonzepten erfolgreich gestellt und dadurch hohes Ansehen erlangt. Dies ist jedoch nur ein Faktor für ihren wirtschaftlichen Erfolg. Ein weiterer besteht in ihrer Unternehmenskultur. Diese ist geprägt von Vertrauen, Integrität, Aufrichtigkeit und fairem Umgang untereinander und mit den Geschäftspartnern der HSE. Die Kunden und Geschäftspartner der HSE dürfen darauf vertrauen, dass die HSE auf der Grundlage hoher ethischer Standards arbeitet, ihre Verpflichtungen verlässlich erfüllt und als fairer Geschäftspartner rechtschaffen handelt. Unsere Geschäftsbeziehungen sind daher sachbezogen und frei von unlauteren Methoden. Mit Geschäftsinformationen oder Betriebsgeheimnissen wird vertraulich umgegangen. Die Reputation der HSE ist von der Einhaltung dieser Werte abhängig.

Die strikte Einhaltung von Gesetzen und konzerninternen Richtlinien ist unabdingbar und von jedem Beschäftigten der HSE zu beachten. Darüber hinaus leben die Führungskräfte der HSE diese ethischen Grundsätze und werben für deren Einhaltung. Verstöße werden von der HSE nicht hingenommen. Sie werden konsequent verfolgt und sanktioniert.

Geschäftsmoral und Integrität sichern die Glaubwürdigkeit der HSE. Deshalb bestimmen diese unser Handeln. Konflikte zwischen den Interessen der HSE und privaten Interessen sind zu vermeiden. Wir dulden keinen Missbrauch der eigenen Position zu eigenen Gunsten, zugunsten Dritter oder zum Schaden der HSE.

In allen Aspekten ihrer Geschäftstätigkeit müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Aufrichtigkeit und Fairness beweisen. Die HSE ist davon überzeugt, dass ethische und ökonomische Werte voneinander abhängig sind und dass die Geschäftswelt um einen aufrichtigen Umgang miteinander bemüht sein und im Rahmen der vorgegebenen Normen handeln muss.

Der Code of Conduct informiert darüber hinaus zum Thema Compliance und beschreibt die Compliance-Organisation. Die Abteilung Compliance ist im Bereich Vorstandsangelegenheiten angesiedelt. Dadurch wird die Bedeutung, die die Unternehmensführung dem Thema beimisst, verdeutlicht und die Akzeptanz des Themas in der Belegschaft erhöht.

Jeder Beschäftigte ist verpflichtet, eine Online-Schulung zum Thema Compliance zu absolvieren. Sie beinhaltet neben Informationen zum Thema Compliance auch die Inhalte des Code of Conduct und seiner Anhänge und vermittelt diese anschaulich anhand von Fallbeispielen. Die Schulung endet mit einem Test, in dem fünf von sechs Fragen zum Thema Compliance und Code of Conduct richtig beantwortet werden müssen. Die Absolvierung des Tests wird kontrolliert und die Beschäftigten zur Teilnahme an der Schulung aufgefordert, sollte ein positiver Abschluss des Tests nicht vorliegen. Die Schulung wird regelmäßig wiederholt.

Geschäftspartner werden nicht durch unser Unternehmen geschult. Der Code of Conduct samt seinen Anhängen und die Online-Schulung zum Thema Compliance liegen nur in deutscher Sprache vor. Da unser Unternehmen keine Standorte im Ausland hat und Geschäftspartner nicht durch unser Unternehmen geschult werden, ist die Übersetzung obsolet.

Auch unsere Sponsoring-Aktivitäten unterliegen klaren ethischen Normen. Sie sind insgesamt zwar sehr breit aufgestellt, berücksichtigen allerdings gerade im Zusammenhang mit unserem Selbstverständnis als nachhaltig agierendes Unternehmen solche Aspekte in besonderem Maße. Dazu wurden Prämissen erarbeitet, die für uns Grundlage für die Auswahl förderungswürdiger Projekte sind. Mit unserem Sponsoring unterstützen wir vor allem Projekte in der Region Rhein-Main-Neckar in den Bereichen Kunst und Kultur, mit sozialem oder humanitärem Bezug, Sport- und Bewegungsförderung sowie Ökologie und Klimaschutz.

Wir fördern im Rahmen des Sponsorings keine politischen Parteien, Einzelpersonen, Interessengemeinschaften, religiösen Bewegungen oder Projekte mit hohen Risiken für Mensch und Umwelt. Vor jeder Zusage für ein Sponsoring erfolgt eine entsprechende Prüfung auf „Werteübereinstimmung“: Das Ziel der zu sponsernden Maßnahme muss mit der nachhaltigen Ausrichtung unseres Konzerns einhergehen. Das gesponserte Projekt oder die Maßnahme müssen ein eindeutiges Ziel haben, damit der Projekterfolg gemessen werden kann. Wichtige Eckdaten wie Zeitraum der Projektrealisierung oder erwartete Teilnehmerzahlen müssen klar benannt sein. Zur Kontrolle sind Belege erforderlich. Die Mittelverwendung muss transparent sein. Unser Engagement muss für die Öffentlichkeit deutlich erkennbar sein. Unsere Sponsoring-Richtlinie ist auf unserer Internetseite für jedermann einsehbar.

Weitergehende Informationen entnehmen Sie bitte unserem Nachhaltigkeitsbericht 2014

Anreizsysteme

8. Anreizsysteme

8. Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Im Kontext Arbeitspraktiken definiert unser an nachhaltiger Zukunftsgestaltung ausgerichtetes Geschäftsmodell zwei Ziele: Wir wollen der beste Arbeitgeber mit den besten Arbeitnehmern sein, und wir alle im HSE-Konzern wollen heute so leben und arbeiten, dass das Morgen darunter nicht leidet.

Jedoch schaffen die sich ständig verändernden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen permanent neue Herausforderungen. Dies trifft derzeit in besonderem Maße auf die Energiebranche zu und erfordert daher von uns auch besonders flexibles Handeln. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an alle Beteiligten im HSE-Konzern, wenn es darum geht, marktgerechte Lösungen zu erarbeiten und sie gemeinsam erfolgreich im Wettbewerb umzusetzen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Ausbildung und Motivation für diese Anforderungen fit zu machen, ist zentrales Ziel unseres Personalmanagements.

Den stetigen Dialog der Führungsverantwortlichen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sicherzustellen, ist in diesem Zusammenhang eine der wichtigsten Führungsaufgaben. Denn Information und Einbindung fördern zielgerichtetes Handeln und vermeiden Demotivierung und Fehlsteuerung. Die stetige und vollständige Informationsweitergabe über alle Stufen hinweg wird im HSE-Konzern durch feste Strukturen in Form von Gremien, Veranstaltungen an den jeweiligen Unternehmensstandorten oder Mitarbeiterversammlungen und über diverse Kommunikationskanäle wie das konzernweite Intranet gewährleistet.

Gleiches gilt für das jederzeit mögliche Feedback. Denn motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen einen Beitrag zur Verbesserung der betrieblichen Abläufe und ihres Arbeitsumfeldes leisten. Sie wollen ihre Vorschläge einbringen, wie wir erfolgreicher am Markt auftreten können. Deshalb fördern wir konstruktives Mitdenken. Unser betriebliches Vorschlagswesen wurde auch im Geschäftsjahr 2014 mit insgesamt 186 Verbesserungsvorschlägen erfolgreich weitergeführt. Seit seiner Einführung wurden nach gründlicher Prüfung auf Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit schon 229 Vorschläge umgesetzt bzw. ihre Umsetzung eingeleitet.

Über die Grundgehälter hinaus bieten wir teilweise erfolgsabhängige Gehaltsbestandteile. Zur Leistungsbeurteilung und zur individuellen Personalentwicklung, u. a. durch Weiterbildungsmaßnahmen, werden jährlich Gespräche zwischen Führungskräften und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geführt, die ergänzend Vereinbarungen von persönlichen bzw. Teamzielen enthalten. Bei der ENTEGA, citiworks und der COUNT+CARE ist die grundsätzlich konzernweit mögliche Vereinbarung von Zielen als zusätzlicher variabler Vergütungsbestandteil durch Betriebsvereinbarungen gesondert verankert. Die leistungsabhängige Vergütung von Führungskräften enthält aktuell jeweils eine Zielvorgabe mit Nachhaltigkeitsbezug. Eins von vier Zielen muss ein Nachhaltigkeitsziel sein.

Wir beziehen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch aktiv in die Auswahl unserer Sponsoring-Projekte mit ein. Im Rahmen des sogenannten Mitarbeitersponsorings können sie Projekte vorschlagen, aus denen über eine Abstimmung im Unternehmens-Intranet die Favoriten gewählt werden. Von 29 eingereichten Projekten haben vier den Zuschlag bekommen und werden jetzt von uns finanziell unterstützt.

Leistungsindikatoren (KPI)

Leistungsindikator G4-51a
Vergütungspolitik – Berichten Sie über die Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und die leitenden Führungskräfte.

Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten sowohl eine fixe jährliche Vergütung als auch ein Sitzungsgeld für jede besuchte Sitzung. Informationen zur konkreten Höhe der Vergütung werden jährlich in der Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG erteilt. Über die Vergütungspolitik für den Vorstand wird ebenfalls im Rahmen der jährlichen Entsprechenserklärung nach § 161 AktG berichtet.

Die im Aufsichtsrat vertretenen Anteilseigner und Arbeitnehmer sind unmittelbar an der Festlegung der Vergütung des Vorstandes beteiligt. Die Aktionäre sind ferner in der Hauptversammlung über die Grundzüge des Vergütungssystems für den Vorstand informiert. Über Veränderungen wird jeweils im Rahmen der nächsten Hauptversammlung informiert. Jeder Aktionär ist berechtigt, an der Hauptversammlung teilzunehmen, das Wort zu Gegenständen der Tagesordnung zu ergreifen und sachbezogene Fragen und Anträge zu stellen.

Darüber hinaus erfolgt die Vergütung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im HSE-Konzern unter Berücksichtigung der Stellenanforderung und der Fähigkeiten des Stelleninhabers.

Weitergehende Informationen entnehmen Sie bitte unserem Nachhaltigkeitsbericht 2014

Leistungsindikator G4-54
Nennen Sie das Verhältnis der Jahresvergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters in jedem Land mit signifikanten geschäftlichen Aktivitäten zum mittleren Niveau (Median) der Jahresgesamtvergütung aller Beschäftigten (ohne den höchstbezahlten Mitarbeiter) im selben Land.

Dieser Indikator, der mit GRI G4 neu eingeführt worden ist, wird von uns derzeit noch nicht berichtet. Es ist vorgesehen, die Berichterstattung mit dem Nachhaltigkeitsbericht 2015, der voraussichtlich Anfang Juli 2016 erscheinen wird, aufzunehmen.

Stakeholderengagement

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

9. Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Welche Stakeholder wesentlich von unserer Geschäftstätigkeit betroffen sind und wie deren nachvollziehbare Erwartungen an uns aussehen, ermitteln und diskutieren wir intern in unserem Nachhaltigkeitsmanagement, im Kundenbeirat, mit den Beschäftigten, dem HSE Beirat sowie im Stakeholder-Beirat des Nachhaltigkeitsmanagements. Darüber hinaus werten wir externe Studien aus.

Für den Nachhaltigkeitsbericht 2014 haben wir erstmals ein sogenanntes Stakeholder-Mapping durchgeführt. Dazu haben wir die Stakeholdergruppen, mit denen der HSE-Konzern interagiert, hinsichtlich ihrer Bedeutung auf Basis von zwei Kriterien bewertet:

- Wie groß ist der tatsächliche bzw. potentielle Einfluss der Stakeholdergruppe auf unsere Nachhaltigkeitsleistung?
- Wie groß ist das Interesse der Stakeholdergruppe an unserer Nachhaltigkeitsleistung?

Dieses Vorgehen war Ausgangsbasis für die Festlegung der Stakeholdergruppen, die wir im Rahmen des Wesentlichkeitsprozesses ausgewählt und eingebunden haben.

Wir haben die folgenden Stakeholdergruppen als für den HSE-Konzern wesentlich definiert (Nennung in alphabetischer Reihenfolge):

- Aktionäre
- Beschäftigte
- Bildungs- und Forschungseinrichtungen
- Dienstleister und Lieferanten
- Fremdkapitalgeber
- Interessengruppen (Umweltschutzorganisationen, Projektanrainer etc.)
- Interessenvertretungen (Betriebsrat, Gewerkschaften, Arbeitgeber-/Wirtschaftsverbände etc.)
- Kooperationspartner
- Kunden
- Öffentlichkeit
- Staat bzw. öffentliche Hand
- Prüfungs- und Beratungsunternehmen

Die von unseren Stakeholdern unterjährig adressierten Themen werden von den HSE-internen Ansprechpartnern aufgenommen und bearbeitet. Die daraus resultierenden Aktivitäten sind vielfältig und reichen von der Zusendung von Informationsmaterial bis hin zur Umsetzung konkreter Verbesserungsmaßnahmen.

Leistungsindikatoren (KPI)

Leistungsindikator G4-27
Nennen Sie die wichtigsten Themen und Anliegen, die durch die Einbindung der Stakeholder aufgekommen sind, und wie die Organisation auf jene wichtigen Themen und Anliegen reagiert hat, einschließlich durch ihre Berichterstattung. Nennen Sie die Stakeholdergruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen jeweils angesprochen haben.

Unsere Mitarbeiter informieren wir kontinuierlich über das konzernweite Intranet und das Schwarze Brett. Veranstaltungen mit Vorstandsmitgliedern zu wichtigen Themen werden regelmäßig durchgeführt. Der Austausch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern wird durch den Betriebsrat garantiert.

Unseren Kunden bieten wir eine breite Palette von Kommunikationskanälen. Für den Kontakt zu ihren Kundenberatern stehen die kostenlose Telefon-Hotline, E-Mail und Video-Live-Chats oder unsere Präsenz in den sozialen Netzwerken bereit. Vor Ort können sich die Kunden in den ENTEGA Points und im ENTEGA Infomobil informieren.

Darüber hinaus besteht seit 2002 ein Kundenbeirat, der sich aus zehn Mitgliedern zusammensetzt. Er hat im Jahr 2014 viermal getagt. Vertreter der ENTEGA sind regelmäßig anwesend. Erwartet der Kundenbeirat Recherchen zu einzelnen Themen, werden alle Kundenbeiratsmitglieder schriftlich informiert. 2014 endete die Amtszeit der bisherigen Kundenbeiratsmitglieder und es wurden neue Mitglieder für den Kundenbeirat gesucht. Zukünftig sollen nicht nur ENTEGA Privatkunden, sondern auch ENTEGA Geschäftskunden im Kundenbeirat vertreten sein. In 2014 hat der Kundenbeirat unter anderem die folgenden Themen diskutiert: neue Kooperationen und die Situation im Wettbewerb, den Marktauftritt und aktuelle politische Ereignisse wie Ukraine-Krise sowie deren mögliche Auswirkungen auf die Energiebranche.

Wir sind regelmäßiger Aussteller auf verschiedenen Fachmessen und präsentieren dort unsere neuen Produktkonzepte. So haben wir zum Beispiel auf der E-World unsere Leistungspalette rund um das Thema Klimaneutrales Wirtschaften vorgestellt. Nicht zuletzt dienen die Messen auch zur persönlichen Kontaktpflege mit Geschäftskunden.

Unsere Aktionäre entscheiden über Beschlussvorlagen im Rahmen der aktienrechtlichen Bestimmungen auf der Hauptversammlung. Sie sind zudem im Aufsichtsrat vertreten. Städte, Gemeinden und Landkreise unseres Versorgungsgebietes sind im HSE Beirat durch ihre Bürgermeister und Landräte vertreten. Zusätzliche Möglichkeiten der Kontaktpflege bieten sich ihnen über den Konzernbereich Regionalmanagement.

Die von uns betriebenen Erzeugungsanlagen (z. B. die Biogasanlage Semd, der Windpark Binselsberg, das Müllheizkraftwerk Darmstadt oder das Zentralklärwerk Darmstadt) können regelmäßig besichtigt werden. Damit können sich interessierte Bürger und Politiker über die Funktionsweise und nachhaltige Wirkung unserer Aktivitäten informieren. Anlassbezogen laden wir Bürger im Rahmen der Planung und Umsetzung von Projekten auch zu Bürgerversammlungen ein.

Unsere Verbindungen zu Wissenschaft und Forschung sind vielfältig und intensiv. So unterhält das von uns gegründete gemeinnützige NATURpur Institut für Klima- und Umweltschutz (IKU) strategische Partnerschaften mit Hochschulen. An der Hochschule Darmstadt unterstützt das IKU beispielsweise die jährlich stattfindende Vortragsreihe „Energie für die Zukunft“.

Die allgemeine Öffentlichkeit, Politik und Presse werden mit aktuellen Pressemeldungen auf der HSE-Homepage und über unsere Newsletter mit umfassenden Informationen versorgt, unter anderem zur Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Der HSE-Konzern engagiert sich insbesondere in zahlreichen Verbänden und Initiativen, die sich dem Klimaschutz verpflichtet haben. Hierzu zählen unter anderen der Bundesverband für Windenergie (BWE), das Sustainable Leadership Forum des Bundesdeutschen Arbeitskreises für umweltbewusstes Management (B.A.U.M. e. V.), das Deutsche Global Compact Netzwerk und die Interessenvereinigung der acht größten kommunalen EVU „8KU“. Wir sind Organizational Stakeholder der Global Reporting Initiative und bringen uns bei der Weiterentwicklung von Nachhaltigkeitsmanagement und Nachhaltigkeitsberichterstattung ein.

Den Dialog mit unseren Stakeholdern pflegen wir seit 2011 auch mit Unterstützung eines Stakeholder-Beirats. Seine Mitglieder beraten uns in jährlich drei bis vier Terminen bezüglich der Weiterentwicklung und Operationalisierung unserer Nachhaltigkeitsstrategie:

- Prof. Dr. Maximilian Gege (Vorsitzender des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management, B.A.U.M e.V.)
- Prof. Dr. Rüdiger Hahn (Leiter des Fachgebiets Nachhaltige Unternehmensführung an der Universität Kassel)
- Ralf Lokay (Inhaber der Druckerei Lokay)
- Dr.-Ing. Monika Meyer (Geschäftsführerin Institut Wohnen und Umwelt)
- Ralf Noller (Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der HSE)
- Stefan Schurig (Climate Energy Director des World Future Council)

Weitere interne Mitglieder sind der Bereichsleiter Unternehmenskommunikation und Public Affairs, Matthias W. Send, und der Leiter des HSE-Nachhaltigkeitsmanagements, Marcel Wolsing.

Der Stakeholder-Beirat hat in 2014 vor allem über die Umstellung der Berichterstattung auf GRI G4 und den damit verbundenen Wesentlichkeitsprozess diskutiert. Ein weiteres wichtiges Thema stellte das derzeitige Marktmodell der Energiewirtschaft dar.

Eine systematische, zentrale Erhebung sämtlicher von den vorgenannten Stakeholdergruppen adressierter Themen findet nicht statt. Die Umsetzung von Maßnahmen aus Stakehoder-Feedback obliegt den jeweiligen Adressaten.

Innovationsmanagement

10. Innovations- und Produktmanagement

10. Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Der Energiemarkt befindet sich im größten Wandel seiner Geschichte. Die klassische Rollenverteilung von Stromproduzenten und Stromverbrauchern bricht immer mehr auf. Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien treten zahlreiche neue Akteure in den Markt ein. Gleichzeitig wird der Druck auf die Unternehmen immer größer, Energie einzusparen. Neue Steuern, Abgaben, Gesetze und Richtlinien – vor allem Industrie- und Geschäftskunden finden beim Thema Energie immer komplexere Rahmenbedingungen vor. Sie brauchen einen Lotsen, der sie bei der wirtschaftlichen und ökologischen Optimierung ihres Energiebedarfs unterstützt.

Auch die Privatkunden erwarten heute mehr als nur die schlichte Lieferung von Energie. Neue Energielösungen in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien werden daher immer wichtiger. Unser Ziel ist klar: Wir wollen der zentrale Ansprechpartner unserer Kunden bei allen Fragen der Energieversorgung werden. Die Besetzung dieser wichtigen Kundenschnittstelle birgt Potenziale, die wir konsequent heben wollen. Dabei haben wir den Bedarf unserer Kunden fest im Blick. Sie wollen zukunftssichere, aber günstige Lösungen aus einer Hand, die der wachsenden Komplexität der Energiemärkte gerecht werden. Nur wer solche umfassenden Energiedienstleistungen bieten kann, wird neue Kunden gewinnen und die alten behalten. Wir leisten vieles schon heute, für Gewerbe- und Privatkunden, für Kommunen und für die Wohnungswirtschaft. Und wir entwickeln unser Produktportfolio konsequent weiter.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt auch in der fortschreitenden Digitalisierung: Industrie 4.0, Big Data, Cloud-basierter Service, Smart Grids, Smart Metering und E-Mobilität sind die aktuellen Trends. Denn digitale Vernetzung und Informationsverarbeitung erlauben völlig neue Lösungsansätze: von der Produktion, Beschaffung, Handel und Verteilung von Energie über das komplexe Energiemanagement für Industrie und Gewerbe bis hin zur Heizungs-App für Privatkunden. Die Digitalisierung selbst umfasst sowohl grundlegende Daten (Energieverbräuche, Prozesszustände usw.) als auch auf diesen aufbauende Entscheidungsprozesse (Eigenverbrauch vs. Einspeisung usw.). Im Vergleich zur heute realen Energiewelt ermöglicht das eine Optimierung von Erzeugung, Verteilung und Verbrauch; auf Ebene einzelner Kunden bis hin zu ganzen Regionen.

Damit sind unsere strategischen Wachstumswege definiert:

smart market: Optimierung von Bezug und Verbrauch gegenüber fluktuierenden Energiemärkten

smart supply: Mehrwerte bei der Versorgung unserer Kunden

smart use: Optimierung des Verbrauchs unserer Kunden

Basis von allem ist das smarte Monitoring. In diesen zentralen Feldern entwickeln wir neue Produkte und nutzen dabei unternehmensübergreifend das Know-how in unserem Konzern. Gleichzeitig profitieren wir von der Skalierbarkeit der neuen „digitalen Geschäftsmodelle“.

Kurz gesagt: Die Entwicklung neuer Energielösungen und Angebote ist ein zentrales Zukunftsthema. Dafür haben wir innerhalb der HSE einen eigenen Bereich geschaffen, der direkt an unsere Vorstandsvorsitzende, Frau Dr. Wolff-Hertwig, berichtet: Energieeffizienz und Lösungen.

Unser strategisches Ziel ist die Weiterentwicklung der ENTEGA vom Energieversorger zum Energiedienstleister. Deshalb bieten wir nicht nur Versorgungsverträge an, sondern vor allem Lösungen: Innovative Dienstleistungen zum sparsamen und intelligenten Einsatz von Energie. So helfen wir unseren Kunden dabei, ihren Energieverbrauch klimaneutral zu stellen und damit einen nachhaltigen Lebensstil zu führen. Gleichzeitig sorgen wir dafür, dass Ökoenergie bezahlbar ist.

Wir arbeiten konsequent daran, den Menschen ausgezeichneten Service und grüne Energie zu günstigen Preisen zu bieten. So wollen wir auch morgen unseren Kunden einen transparenten und nachhaltigen Zugang zu Strom ermöglichen, der aus regenerativen Quellen stammt.

Die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen erfolgt in unserem Unternehmen nach strukturierten Management- und Innovationsmethoden, wie Customer Development und Business Model Canvas. Wir vernetzen Kundenverständnis und kreative Potentiale im Unternehmen und entwickeln so valide, marktorientierte Lösungen.

Die Entwicklung neuer Energiedienstleistungen ist ein wichtiger Baustein unserer zentralen Spar- und Wachstumsstrategie. Dafür wollen wir auch die Kreativität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen, denn diese wissen oftmals besser als jeder externe Berater, welche Bedürfnisse unsere Kunden haben und welche neuen Dienstleistungen erfolgsversprechend sein können. In mehreren ENTEGA Zukunftswerkstätten haben sie Ideen für neue Produkte erarbeitet. Im Zentrum steht der Kunde: Wir sind sein kompetenter, aber auch preislich attraktiver Begleiter in allen Fragen rund um den intelligenten und klimaschonenden Umgang mit Energie!

Forschung und Entwicklung

Das von der HSE gegründete gemeinnützige NATURpur Institut für Klima- und Umweltschutz (IKU) die Transformation unserer Gesellschaft hin in eine Wirtschaftswelt, die nicht mehr auf fossile Energiequellen angewiesen ist. Das Institut sieht sich als Plattform und Impulsgeber für anwendungsorientierte Forschung, die Umsetzungsdefizite auf dem Weg in eine nachhaltige Energieversorgung behebt. Dazu konzentriert es sich auf die Förderung interdisziplinärer Forschungsprojekte in den Bereichen Energieeffizienz und regenerative Energien. Leitbild für das IKU ist eine moderne Daseinsvorsorge, die den nachhaltigen Zugang zu den Grundgütern Energie und Wasser sichert. Im Zentrum steht die Vision einer Lebensumwelt, die den Bedürfnissen der Menschen gerecht wird. Da immer mehr Menschen in Städten wohnen, die in ihrer gesamten Infrastruktur auf das tradierte, auf fossilen Energiequellen beruhende Wirtschaften ausgerichtet sind, stehen sie im starken Kontrast zu den Bedürfnissen der Menschen an eine moderne Stadt. Es gilt daher, die Bedürfnisse der Menschen an Mobilität, Arbeitsplätzen, Freizeitangeboten, Architektur sowie technischem Komfort mit dem Anspruch, in einer lebenswerten und gesunden Umwelt zu leben, neu zu vereinbaren.

Im Geschäftsjahr 2014 hat das IKU unter anderem die Kooperationen mit der Technischen Universität Darmstadt (TUD) und der Hochschule Darmstadt (HDA) fortgeführt. So finanzierte das Institut weiterhin die Stiftungsprofessur der Geothermie am Institut für angewandte Geowissenschaften (siehe unten). Das Institut unterstützte die Hochschule Darmstadt bereits zum zehnten Mal bei der jährlich stattfindenden Vortragsreihe „Energie für die Zukunft“, mit der das Bewusstsein für Nachhaltigkeit geschärft, ein schonender Umgang mit Energien gefördert und zugleich für den Ausbau effizienter und nachhaltiger Energietechnologien geworben wird. Zum zweiten Mal in Folge wurden aus Anlass der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung Deutschlandstipendien durch das IKU mitfinanziert. Stipendien mit einem Förderungszeitraum von drei Jahren wurden von der Hochschule an zwei Studenten vergeben. Weitere Stipendien wurden von der TUD für den Zeitraum von einem Jahr an sechs Studierende vergeben. Im Berichtszeitraum wurden außerdem drei Auszeichnungen bzw. Preise gefördert. Einen Sonderpreis hat das Institut anlässlich des hessischen Landeswettbewerbs „Jugend forscht“ im Bereich Klima- und Umweltschutz übergeben. Im gleichen Wettbewerb stiftete das Institut außerdem ein einwöchiges Forschungspraktikum im Bereich Erzeugung der HSE. Als Drittes stiftete das NATURpur Institut den ersten Preis beim Wettbewerb „Call for Posters“ des Netzwerks Stadtforschung Hessen.

Leistungsindikatoren (KPI)

Leistungsindikator G4-EN6
Verringerung des Energieverbrauchs.

Bei der HSE Medianet wurde die Umsetzung umfänglicher Maßnahmen fortgesetzt, die mittelfristig zu einer Energieeinsparung um ca. 30 Prozent führen sollen. Hierzu zählen der Einsatz energieeffizienter Übertragungstechnik im Backbone-Netz (sogenanntes NGN-Netz), der Einsatz von nach ISO 14001 zertifizierter Technik im Access-Netz sowie zusätzliche Maßnahmen im Bereich der Storage- und Server-Technologien. Zusätzlich wurde mit dem Einsatz von Multifunktionsgehäusen mit passiven Kühlsystemen für die Outdoor-Technikstandorte begonnen, die einen niedrigeren Energieverbrauch und eine geringere Lärmbelästigung aufweisen. Hier werden zehn Prozent Energieeinsparung erwartet. Die Konsolidierung der Voice-Switch-Landschaft unter Verwendung innovativer VoIP-Technologien zur mittelfristigen Energieeinsparung von rund 20 Prozent unter Beibehaltung des Produktstandards wurde ebenfalls in Angriff genommen. Mit dem Rückbau der HVT-Standorte und dem Schwenk auf Breitbandnetze könnten weitere 15 Prozent Energieeinsparung erzielt werden. Diese Maßnahme wird derzeit umgesetzt.

In der Biogasanlage Semd wurde 2014 die softwarebasierte Steuerung der Gasaufbereitung optimiert. Dies hatte eine Verringerung des Bedarfs an elektrischer Energie von ca. 80.000 kWh pro Jahr zum Ergebnis.

Die HSE Abwasserreinigung gewinnt im Zentralklärwerk mit einer zentralen Absorptionskälteanlage Kälte aus Wärme, die aus der Abwärme des ebenfalls auf dem Gelände des Zentralklärwerks betriebenen BHKW gewonnen wird. Die Einsparung beträgt 270.000 kWh pro Jahr. Eine neue Brauchwasseranlage zur Brauchwasserversorgung des Zentralklärwerks spart geschätzte 50.000 kWh im Jahr ein.

Im Berichtsjahr durchgeführte Optimierungen von Anlagen im Wasser- und Wärmenetz führen zu einer weiteren Verringerung des Energieverbrauchs in Höhe von 580 MWh.

Auch mit dem laufenden Umzug des Rechenzentrums der COUNT+CARE wird ein wesentlicher Beitrag zur Energieeinsparung geleistet. Durch moderne Kühlungstechnologie können nach dem Umzug in ein Green-IT-Rechenzentrum Energie gespart und die Betriebskosten niedrig gehalten werden.

Bereits seit 2013 setzen wir sukzessive das "Straßenbeleuchtungskonzept 2020" um. Im Rahmen dieses Konzeptes werden wir bis 2020 insgesamt rund 24.000 Quecksilber-Dampflampen austauschen. Wie bereits im Jahr 2013 wurden auch 2014 wieder ca. 3.000 dieser Lampen auf energiesparende LED-Technologie umgerüstet. Die Energieeinsparung, die wir mit dieser Maßnahme für die Städte und Gemeinden realisieren konnten, betrug allein im Jahr 2014 560.000 kWh.

Weitergehende Informationen entnehmen Sie bitte unserem Nachhaltigkeitsbericht 2014

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

Schon seit vielen Jahren stellt die betriebliche Altersvorsorge bei der HEAG Pensionszuschusskasse VVaG (PZK) und der Zusatzversorgungskasse (ZVK) der Gemeinden und Gemeindeverbände ein wichtiges Standbein der finanziellen Absicherung im Alter für die Konzernbelegschaft dar. Darüber hinaus leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Bindung an das Unternehmen. Die Inanspruchnahme durch die Belegschaft beträgt nahezu 100 Prozent.

Eine systematische Prüfung aller Finanzanlagen auf positive oder negative Umwelt- oder sozialen Faktoren findet nicht statt.