Regeln und Prozesse

5. Verantwortung

5. Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Verantwortungsbewusstes Handeln ist für uns ein zentrales Unternehmensziel. Die übergeordnete Verantwortung für die nachhaltige Entwicklung der Hamburger Volksbank liegt direkt beim Gesamtvorstand. Die zentrale Koordination aller Nachhaltigkeitsaktivitäten liegt im Bereich Unternehmenskommunikation. Operationell werden alle Aktivitäten teamübergreifend umgesetzt.

6. Regeln und Prozesse

6. Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Als Genossenschaftsbank handeln wir von jeher nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit. Den genetischen Code dazu liefert unser Geschäftsmodell: Unser Unternehmenszweck ist auf den langfristigen Erfolg unserer Mitglieder ausgerichtet. Mit diesem Förderauftrag ist ein nachhaltiger Wertschöpfungsprozess als integraler Bestandteil unseres täglichen Geschäfts definiert. Seit über 150 Jahren leisten wir einen messbaren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung und einer zukunftsfähigen Gesellschaft.

Fundamental für unser Selbstverständnis als Genossenschaftsbank ist das Identitätsprinzip. Bei der Hamburger Volksbank sind die Eigentümer gleichzeitig immer auch ihre Kunden. Damit ist eine Balance der Interessen von Grund auf gegeben: Jeder Anteilseigner strebt zum kollektiven Nutzen nach dem nachhaltigen Erfolg und einer hohen betriebswirtschaftlichen Stabilität seiner Bank. Zugleich nimmt er die Perspektive des Kunden ein, indem er seine eigenen individuellen ökonomischen Interessen mit geeigneten Produkten, fairen Preisen und zuverlässigen Dienstleistungen vertreten haben will. Im Zentrum unseres nachhaltigen Kundengeschäfts steht deshalb unser genossenschaftliches Leistungsversprechen mit dem Ziel, langfristig erfolgreiche Geschäftsbeziehungen in der Metropolregion Hamburg aufzubauen. Die Grundlage hierfür bildet ein ganzheitlicher Beratungsansatz, nach dem wir Privat- und Firmenkunden in jeder Lebens- oder Unternehmensphase entsprechend ihren finanziellen Bedürfnissen und Rahmenbedingungen betreuen. Als erstes Kreditinstitut in Norddeutschland haben wir unsere Beratungsmethode vom TÜV Saarland zertifizieren lassen.

Für die Mitarbeiter/innen gelten klar definierte und verbindlich einzuhaltende Regeln und Wertmaßstäbe. Mit der Einführung eines Handbuchs für den Vertrieb im Jahr 2007 haben wir den Qualitätsanspruch der Hamburger Volksbank für eine ganzheitliche Beratung unserer Kunden erstmals verbindlich festgeschrieben. Damit erfüllen wir wesentliche Nachhaltigkeitskriterien für unser Kerngeschäft als Kreditinstitut: Kompetenz in der Beratung, Transparenz in der Vermittlung und Verlässlichkeit in der Geschäftsbeziehung.

7. Kontrolle

7. Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Für die interne Kontrolle werden wir ab dem kommenden Jahr eine umfassende Aufstellung von Leistungsindikatoren zu unseren Anspruchsgruppen – Eigentümer, Kunden, Mitarbeiter und Region – vorlegen. Diese Kennzahlen werden zukünftig jährlich erhoben. Außerdem prüfen wir den Einsatz einer Balanced Scorecard zur Kontrolle der Leistungsindikatoren.

Leistungsindikatoren (KPI)

Leistungsindikator G4-56
Beschreiben Sie die Werte, Grundsätze sowie Verhaltensstandards und -normen (Verhaltens- und Ethikkodizes) der Organisation. Link

In der Beratung haben wir mit der Einführung eines Handbuchs für den Vertrieb im Jahr 2007 den Qualitätsanspruch der Hamburger Volksbank für eine ganzheitliche Beratung unserer Kunden erstmals verbindlich festgeschrieben. Damit erfüllen wir wesentliche Nachhaltigkeitskriterien für unser Kerngeschäft als Kreditinstitut: Kompetenz in der Beratung, Transparenz in der Vermittlung und Verlässlichkeit in der Geschäftsbeziehung.

Anreizsysteme

8. Anreizsysteme

8. Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Die Entlohnung unserer Mitarbeiter erfolgt nach dem Grundsatz der Fairness und basiert auf dem Tarifvertrag für die Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie die genossenschaftlichen Zentralbanken und entspricht den Anforderungen der Instituts-Vergütungsverordnung. Aufgrund unseres risikoarmen Geschäftsmodells setzt das Vergütungssystem keine Anreize zum Eingehen unverhältnismäßigen Risiken. Weder bei der Geschäftsleitung noch bei unseren Mitarbeitern bestehen hohe Abhängigkeiten von variablen Vergütungen, weil der Großteil der Vergütung fix gezahlt wird. So betrug der Anteil an fixen Vergütungsbestandteilen im Jahr 2013 93 % gegenüber 7 % an variablen Vergütungsbestandteilen. Von diesen Unternehmensgrundsätzen profitieren unsere Kunden und Mitglieder: Bei der Beratung stehen nicht Boni, Provisionen oder Kampagnen im Vordergrund, sondern langfristig angelegte Geschäftsbeziehungen.

Durch die basisdemokratische Organisation der Genossenschaft gibt es autogene Kontrollinstanzen, wie den Aufsichtsrat, Betriebsrat und den Beirat, die in ihren verschiedenen Funktionen die langfristige Geschäftsentwicklung kontrollieren und beratend begleiten. Durch Einbringung des Themas Nachhaltigkeit auf der diesjährigen Vertreterversammlung, wird dieses Feld in den kommenden Jahren ebenfalls Teil der Evaluierung sein.

Um das ehrenamtliche Engagement unser Mitarbeiter zu fördern haben wir, mit dem Werte-schaffen-Werte Preis, eine jährliche Preisverleihung etabliert in der wir besonders werteorientiertes Verhalten unserer Mitarbeiter auszeichnen.

Qualitätsstandards in der Kundenberatung: Unsere kundenorientierte Beratungsstrategie nach dem VR-FinanzPlan ist durch den TÜV Saarland zertifiziert. Seit 2012 signalisiert das TÜV-Siegel Mitgliedern, Kunden sowie potenziellen Neukunden auf einen Blick unsere hohe Beratungsqualität nach unserem persönlichen Motto „Man kennt sich.“ Grundlage für das systematische Betreuungskonzept VR-FinanzPlan sind eine langfristige Begleitung und umfangreiche Analyse der Ziele und Wünsche jedes einzelnen Kunden in seiner jeweiligen Lebenssituation.

Wir stiften unsere Mitarbeiter explizit nicht zum Verkauf bestimmter Produkte an und koppeln diesen auch nicht an das Gehalt. Für die Beschleunigung und kundenspezifische Ausgestaltung von Dienstleistungen nutzen wir die Vorteile von digitalen Unterstützungsleistungen. Nicht automatisieren lässt sich jedoch der persönliche Dialog. Nach unserem ganzheitlichen Beratungsanspruch betreuen wir unsere Kunden in allen Lebens- und Lebensplansituationen nach ihren jeweiligen Bedürfnissen. Wir nehmen uns ausreichend Zeit, individuell passende Angebote zu erstellen, einzelne Produkte klar und verständlich über deren Bedeutung sowie mögliche Risiken zu erklären. Zum Abschluss erhält jeder Kunde eine übersichtliche und nachvollziehbare Dokumentation.

Leistungsindikatoren (KPI)

Leistungsindikator G4-51a
Vergütungspolitik – Berichten Sie über die Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und die leitenden Führungskräfte.

Die Vergütungspolitik entspricht den Anforderungen der Institutsvergütungsverordnung, orientiert sich an der langfristigen Geschäftsentwicklung und wird vom Aufsichtsrat abgestimmt.

Leistungsindikator G4-54
Nennen Sie das Verhältnis der Jahresvergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters in jedem Land mit signifikanten geschäftlichen Aktivitäten zum mittleren Niveau (Median) der Jahresgesamtvergütung aller Beschäftigten (ohne den höchstbezahlten Mitarbeiter) im selben Land.

Die Jahresvergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters übersteigt nicht mehr als das 8-fache des mittleren Niveaus der Jahresgesamtvergütung aller Mitarbeiter.

Stakeholderengagement

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

9. Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Die Identifizierung der Anspruchsgruppen der Hamburger Volksbank ergibt sich aus den genossenschaftlichen Strukturen und dem Regionalitätsprinzip. Unser Nachhaltigkeitsbericht gliedert sich nach den wichtigsten Anspruchsgruppen: Eigentümer, Kunden, Mitarbeiter und Region. Aus den genossenschaftlichen Strukturen ergeben sich außerdem unsere Verbundpartner als bedeutende Anspruchsgruppe.

Die genossenschaftliche Meinungsbildung mit der jährlichen Vertreterversammlung, dem Aufsichtsrat, der überwiegend aus regionalen Unternehmern besteht, und dem Kundenbeirat bietet demokratische Teilhabemöglichkeiten und fördert den gesellschaftlichen Dialog zu wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Fragestellungen in und für die Metropolregion Hamburg.

In regelmäßigen Abständen führen wir telefonische Umfragen zur Kundenzufriedenheit durch. Durch Pilotprojekte und webbasierte Umfragen zum Beispiel zur Entwicklung innovativer Bezahltechnologien binden wir die Wünsche unserer Kunden in die zukünftige Ausrichtung unserer Bank ein. Diesen Dialog wollen wir zukünftig um das Thema Nachhaltigkeit erweitern – mit Kundenumfragen sowie im direkten Austausch mit dem Aufsichtsrat, Beirat und innerhalb des Netzwerkes der Hamburger Volksbank.

Unsere dienende Rolle für die Hamburger Realwirtschaft leben wir in authentischen, vitalen und leistungsstarken Netzwerken. Über unsere Kunden, über den Beirat der Hamburger Volksbank sowie unser durch Engagement für den Finanzplatz Hamburg e. V. sind wir im regelmäßigen und konstruktiven Austausch mit Vertretern der mittelständischen Wirtschaft sowie der Politik. Wir engagieren uns in der Handelskammer, arbeiten eng mit den Hamburger Kammern, Innungen, Verbänden sowie der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB) zusammen.

Leistungsindikatoren (KPI)

Leistungsindikator G4-27
Nennen Sie die wichtigsten Themen und Anliegen, die durch die Einbindung der Stakeholder aufgekommen sind, und wie die Organisation auf jene wichtigen Themen und Anliegen reagiert hat, einschließlich durch ihre Berichterstattung. Nennen Sie die Stakeholdergruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen jeweils angesprochen haben.

Mit unserem ehrenamtlichen Engagement im Arbeitskreis für gesellschaftliche Verantwortung der Handelskammer Hamburg wollen wir mittelständische Hamburger Unternehmen im regelmäßigen Dialog durch Informationsveranstaltungen und den Start der „Gemeinwohlbörse Hamburg“ dazu motivieren, unternehmerische Verantwortung zu übernehmen. Die Onlineplattform vermittelt gemeinnützige Projektpartner aus den Bereichen Soziales, Umwelt, Kultur, Sport, Gesundheit oder Bildung. Unternehmen können ihre Unterstützung ebenso durch finanzielle Mitteln anbieten wie auch durch Know-how, Zeit sowie Sach- und Dienstleistungen. Als Hamburger Volksbank werden wir unsere Förderpartner, Vereine und gemeinnützige Institutionen zur Beteiligung an der Gemeinwohlbörse auffordern.

Innovationsmanagement

10. Innovations- und Produktmanagement

10. Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Für die Beschleunigung und kundenspezifische Ausgestaltung von Dienstleistungen nutzen wir die Vorteile von digitalen Unterstützungsleistungen. So stellen wir seit kurzem eine Crowdfunding-Plattform zur Unterstützung von gemeinnützigen Organisationen zur Verfügung. In Kooperation mit der Universität Hamburg versuchen wir Aufschluss über das digitale Nutzerverhalten von Kunden und Mitarbeitern zu gewinnen um daraus Handlungsperspektiven abzuleiten.

Nachhaltige Geldanlagen: Bereits im Jahr 2010 hat die Union Investment, unser Verbundpartner für Fondsanlagen, die UN Principles for Responsible Investment (PRI) unterzeichnet und sich seitdem zu einem führenden Anbieter von nachhaltigen Geldanlagen entwickelt. Anfang 2015 hat die DZ Bank Gruppe mit unseren weiteren Spezialinstituten wie zum Beispiel der Bausparkasse Schwäbisch Hall oder der R+V Versicherung eine Auszeichnung mit dem besten Rating im Banken-Bereich von oekom research, einer der weltweit führenden Ratingagenturen im Markt für nachhaltige Investments, erhalten. Unser Ziel als Hamburger Volksbank ist es, unsere Kunden und Mitglieder im Rahmen von Vermögensstrukturgesprächen zukünftig verstärkt auf das Angebot von nachhaltigen Geldanlagen unserer genossenschaftlichen Verbundpartner hinzuweisen.

Nachhaltige Zielformulierung für die Kreditvergabe: Unsere Kreditvergaben erfolgen sorgfältig nach strengen Risikomaßstäben. Im individuellen Kundendialog fließen hierbei nach unserem
genossenschaftlichen Werteverständnis neben den ökonomischen auch ethische, soziale und ökologische Bewertungskriterien ein. Unser Ziel ist es, diese nachhaltigkeitsbezogenen Aspekte zukünftig systematisch in unserem Kreditvergabeprozess zu verankern. Die Grundlage für diese
prozessorientierte Selbstverpflichtung soll die Nachhaltigkeitsprüfliste der DZ Bank Gruppe bilden, die sich an den zehn Prinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen sowie an den Äquator-Prinzipien orientiert. Neben einer Negativliste sollen dann begleitend zu einer ökologischen Kreditwürdigkeitsprüfung Möglichkeiten für ein motivierendes Anreizsystem erarbeitet werden. Dazu gehören zunächst Baufinanzierungskredite, für die bei der freiwilligen Erfüllung von Nachhaltigkeitskriterien bessere Konditionen gewährt werden.

Leistungsindikatoren (KPI)

Leistungsindikator GRI EN6
Initiativen zur Gestaltung von Produkten und Dienstleistungen mit höherer Energieeffizienz und solchen, die auf erneuerbaren Energien basieren sowie dadurch erreichte Verringerung des Energiebedarfs.

Durch den flächendeckenden Einsatz von LED-Technik für die beleuchteten Eingangsportale konnten wir in den letzten Jahren den Stromverbrauch in diesem Bereich um rund 72% reduzieren. Durch Änderungen im Rechnungsbearbeitungsprozess konnte der Papierverbrauch um 4% gesenkt werden. Im kommenden Jahr wollen wir eine systematische Aufstellung der Energieverbräuche aufgeteilt nach Standorten etablieren, um Bedarfspotentiale zu erkennen und Effizienzmaßnahmen messbar zu machen.

Leistungsindikator GRI FS11
Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen (z.B. Pensionskassen).

Wie beschrieben werden wir im kommenden Jahr Auswahlkriterien in unserer Kreditvergabe einführen und verstärkt nachhaltige Geldanlagen in den Fokus rücken. Der größte Anteil unserer Eigenanlagen über die genossenschaftliche Zentralbank berücksichtigt bereits heute ökologische und soziale Kriterien, wie in DNK 4 erläutert wird.