Strategische Analyse

1. Strategische Analyse und Maßnahmen

1. Das Unternehmen legt offen, wie es für seine wesentlichen Aktivitäten die Chancen und Risiken im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung analysiert. Das Unternehmen erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

BeoPlast sieht seinen ökonomischen Erfolg im effizienten Umgang mit den begrenzten Ressourcen Rohstoffe, Energie, Fläche, Umwelt sowie im Erzielen eines Konsens im Dialog mit Menschen, z. B. mit unseren gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unseren Kunden und Lieferpartnern, sowie mit unseren Nachbarn. Damit verbinden wir unseren wirtschaftlichen Erfolg mit umweltbezogenen,sozialen und gesellschaftlichen Belangen. Dieser Dreiklang aus Ökonomie, Ökologie und Sozialem beschriebt unsere Unternehmensausrichtung.

BeoPlast ist ein energieintensives Unternehmen im Bereich der Kunststofffertigung und des Stahlformenbaus. Seit Mitte 2014 werden durch den Geschäftsbetrieb von BeoPlast keinerlei Emissionen mehr verursacht. BeoPlast arbeitet klimaneutral. BeoPlast optimiert im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie stetig die Performance nach dem Stand der Technik. Konkret soll die Effizienz in allen Bereichen gesteigert, der Einsatz von Rohstoffen permanent reduziert und gleichzeitig Abfälle minimiert werden. Die dafür notwendigen Investitionen führen zu höheren Kosten und folglich zu höheren Teilekosten. Da höhere Preise im Markt (95 % unserer Kunden kommen aus der Automobilindustrie) nicht durchzusetzen sind, werden Kostensteigerungen durch Prozessoptimierungen kompensiert.
Wir tragen aktiv unsere Maßnahmen zur Nachhaltigkeit auch an die Gruppen, die mit uns in Kontakt stehen: Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und in Ansätzen auch unser lokales Umfeld.
In der Branche ist BeoPlast das erste Unternehmen mit einer solchen Durchgängigkeit an Maßnahmen und dem Ergebnis einer klimaneutralen Unternehmenstätigkeit.

2. Wesentlichkeit

2. Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der Nachhaltigkeit einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit haben und wie es diese in der Strategie berücksichtigt und systematisch adressiert.

2012 wurde bei BeoPlast festgelegt, dass die Bereiche der Ökologie und dem Sozialem mit der gleichen Aufmerksamkeit beobachtet und betrieben werden, wie die Ökonomie des Unternehmens. Aus dieser Strategie hat BeoPlast Maßnahmen für Handlungsfelder abgeleitet, die nachfolgend beschrieben werden:

Maßnahmen BeoPlast Handlungsfeld Ökologie
- 100 % Umstellung auf Grünstrom aus Fließgewässern
- 100 % Ersatz aller fossilen Brennstoffen
- Weitestgehende Vermeidung von Abfällen im Betrieb z. B. durch Verwendung von Mehrwegsystemen bei Transportverpackungen
- 98 % Recycling von Verpackungsmaterialien
- Aufforderung von Lieferpartnern zur nachhaltigen Handlungsweise, z. B. papierloses Rechnungswesen, Einsatz modernster Transportfahrzeuge mit möglichst geringem Schadstoffausstoß (EURO 6 Norm)
- Bevorzugung von Lieferpartnern mit Umwelt-Zertifizierungen

Maßnahmen BeoPlast Handlungsfeld Soziales
- Kostenfreies Integrationsangebote für Mitarbeiter mit Migrationshintergrund
- täglich frisches, regionales Obst und Getränke aus der Region für das Team
- Vergabe von Montagearbeiten an die Werkstatt für Behinderte
- Förderung nachhaltiger Lebensweise auch im privaten Umfeld der Beschäftigten durch Information, Bezuschussung beim Kauf von effizienten Haushaltsgeräten, Bereitstellung besonders günstiger Konditionen beim Kauf von E-Fahrzeugen durch Bürgschaft bei der SSK Langenfeld
- Zuschuss beim Kauf von E-Bikes für Mitarbeiter
- Übernahme eines Teils der Beiträge zum Sportverein
- Angebot zur kostenlosen Entleihe der firmeneigenen E-Mobile
- Angebot zum kostenlosen Laden von E-Mobilen am Betrieb
- Unterstützung von Bildungseinrichtungen in der Region
- Unterstützung von Bildungseinrichtungen außerhalb der Region
- BeoPlast ist aktives Mitglied in Verbänden (z. B. B.A.U.M. e.V.) und pflegt auf diese Weise Netzwerke mit nachhaltig agierenden Unternehmern
- Veröffentlichung von Fachbeiträgen zum Thema "Nachhaltigkeit+Kunststoffe"
- Initiierung von Informationsveranstaltungen in Unternehmer-Netzwerken zur Nachhaltigkeit.

Maßnahmen BeoPlast Handlungsfeld Ökonomie
- Kompensation von Investitionen durch Effizienzsteigerungen und Wegfall von Kosten (z. B. für den Einkauf fossiler Brennstoffe)
- Gestaltung des Wettbewerbs durch alleinstellende Positionierung als nachhaltiges Unternehmen in der Kunststoffverarbeitung
- Erschließung wachsender Zukunftsmärkte durch Nachhaltigkeit
- Sensibilisierung und Gewinnung neuer Kunden für nachhaltiges Produktdesign bis ins Detail durch aktive Marktkommunikation

3. Ziele

3. Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

2012 wurde bei BeoPlast festgelegt, dass die Bereiche Ökologie und Soziales mit dem gleicher Aufmerksamkeit beobachtet und betrieben werden wie die Ökonomie des Unternehmens.
Diese Ziele und deren Erreichung werden regelmäßig von einem extra einberufenen Team im Unternehmen besprochen. Über die Ergebnisse der Treffen wird berichtet, es werden Ziele mit Strategien formuliert und deren Erreichung kontrolliert. Ggf. werden Strategien optimiert.

Aufgrund der Größe des Unternehmens BeoPlast und zur Vermeidung von bürokratischen Strukturen existiert kein formales Berichtswesen.

Dennoch (oder deswegen) ist es gelungen, einen großen Teil der avisierten Ziele bereits zu erreichen. Allerdings fließen die Ziele und die Verfolgung derselben in unsere QS-Audits (9001, TS16949) mit ein.

Exemplarisches Vorgehen aus der jüngeren Vergangenheit:

BeoPlast Zielsetzungen Ökologie 2012
- Mittelfristiges Ziel: erhebliche Reduktion klimaschädlicher Gase, insbesondere CO2
- Langfristiges Ziel: Emission von keinerlei klimaschädlichen Gasen, insbesondere kein CO2, durch den Betrieb des Unternehmes zu verursachen
- Reduktion der Verpackungsabfälle um 50 %

BeoPlast Vorgehen
In den Jahren 2012, 2013 und (teilw.) 2014 wurden alle Verbräuche erfasst und, wo möglich, auch die CO2-Emissionen berechnet. Es wurden Ziele festgelegt und wie und in welchen Zeiträumen die Verbrennungen und Verbräuche reduziert werden sollten.
So wurden z. B. durchschnittlich 6.000 l Kraftstoffe pro Jahr verbrannt. Ab 2013/2014 sollte dieser Verbrauch reduziert werden und ab 2015 kein Kraftstoff mehr direkt durch BeoPlast verbrannt werden.
Der Gasverbrauch lag bei ca 15.000 kWh p. a. und auch diesen Einsatz fossiler Energie sollte zu 100 % ersetzt werden. Sämtliche anderen Umweltdaten sind in einem Kennzahlensystem erfasst und werden gesteuert.

BeoPlast Ergebnisse
Alle Ziele wurden Mitte 2014 erreicht und BeoPlast betreibt seitdem sein Unternehmen klimaneutral. Das wird jährlich durch den TÜV kontrolliert und zuletzt 2015 bestätigt.

BeoPlast hat sich folgende Ziele bis Ende 2016 gesetzt:
- 5 % aller neuen Aufträge in biobasierten Rohstoffen auszuführen
- Errichtung einer Kleinwindkraftanlage auf dem Unternehmensgelände
- Installation eines Akkus zur Speicherung von Wind- und Sonnenenergie
- Reduktion des Stromverbrauchs in der Produktion um 2 % pro Tonne verarbeitetes Rohmaterial
- Papierlose Rechnungsstellung zu 99 % (und Ausgang) und 50% (Eingang)

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

4. Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Nachhaltigkeit bedeutet eine ganzheitliche Betrachtung aller Prozesse ohne zeitliche Begrenzung in einem kontinuierlichen Prozess. Ziel ist es, die erste Wahl bei unseren Kunden für nachhaltige Kunststoffspritzgussprodukte zu sein.

Eine Grundlage dabei ist unser Integriertes Managementsystem, welches die Elemente Qualität, Umwelt sowie Energie und Arbeits- und Gesundheitsschutz beinhaltet.

Der Kern unseres Geschäftes ist die Produktion von Kunststoffteilen im Auftrag von Kunden. Um hier eine höhere Effizienz in der gesamten Prozesskette zu erreichen, werden beispielsweise seit 2013 Produktionsabfälle sortenrein getrennt und an einen Recyclingbetrieb verkauft, der diese aufbereitet und vermarktet. Sämtliche Verpackungen (Folien in verschiedenen Qualitäten, Papier/Pappe) werden gesammelt, zu Ballen gepresst und über einen Fachbetrieb dem Wirtschaftskreislauf wieder zugeführt. Im gesamten Betrieb sind weiterhin Sammelbehälter für alle in der Firma anfallenden Stoffe (z. B. Batterien) aufgestellt. Unsere Lieferanten sind gehalten, ebenfalls ökologisch zu handeln. 50% unserer Lieferpartner sind zwischenzeitlich in irgendeiner Art nach Ökologie-Standards zertifiziert.
Wir streben an, den Anteil von verarbeiteten Kunststoffen aus nachwachsenden Quellen erheblich zu vergrößern und werben für einen Einsatz direkt bei unseren Auftraggebern.

BeoPlast übernimmt bewusst Verantwortung als Teil der Gesellschaft und der Lieferkette und bewertet sorgfältig die Auswirkungen eigenen Handelns und der Produkte auf Stakeholder. Umgekehrt bezieht BeoPlast notwendigerweise deren Erwartungen und Anforderungen in ihre Geschäftspolitik ein.
Im kontinuierlichen Prozess findet ein Stakeholder-Dialog statt und deren wesentliche Themen werden mit den Schwerpunkten der unternehmerischen Ausrichtung von BeoPlast abgeglichen.

Leistungsindikatoren (KPI)

Leistungsindikator GRI 1,2.
Beschreibung der wichtigsten Auswirkungen, Risiken und Chancen.

Ziel von BeoPlast ist es, alle Bereiche des Unternehmens unter Nachhaltigkeitsaspekten zu führen. Diese Vorgabe ist nach dem Stand der Technik annähernd erreicht, wobei einige Details noch optimiert werden.

Chancen
Einen großen Hebel für die Steigerung der Nachhaltigkeit sieht BeoPlast im Aspekt der Fertigungstiefe. Hier wird angestrebt, dass die zu verarbeitenden Rohstoffe biobasiert sind oder zumindest eine hohe Recyclatquote aufweisen, um Erdöl-Produkte zu ersetzen, bzw. deren Einsatz zu reduzieren. Weiter wird fest angestrebt, dass die aus biobasierten Rohstoffen produzierten Produkte wiederum recyclingfähig sind. Diese Umsetzung kann allerdings nur gemeinsam mit unseren Kunden gelingen, weil deren Anforderungen (Materialbeschaffenheit, Aussehen, Einsatzbereiche, Preis, etc.) entscheidenden Einfluss auf die Rohstoffauswahl haben. Um dieses Angebot zu kommunizieren und den Prozess der Entwicklung zu unterstützen, wird BeoPlast zu einem Kompetenzcenter für Biokunststoffe ausgebaut und kooperiert dazu mit Forschungseinrichtungen und anderen Unternehmen am Markt. Damit strebt BeoPlast in allen Verarbeitungsschritten die jeweils maximal erreichbare Nachhaltigkeit an. Eine weitere Chance zur Steigerung der Nachhaltigkeit sieht BeoPlast in der Konzeption der herzustellenden Produkte an sich. So soll das Produktportefolio dahingehend ausgebaut werden, daß wir schwerpunktmäßig Artikel herstellen, die auch in der Anwendung effizient, langlebig, recyclingfähig und damit umweltfreundlich sind.

Auswirkungen
BeoPlast kann bereits erste Erfolge der neuen Unternehmensausrichtung feststellen. So wurde das Unternehmen von neuen zusätzlichen Kunden mit der Herstellung von jeweils Teilen für Lithium-Ionen-Batterien zum Antrieb von Plug-In-Fahrzeugen, Wasserbehandlungsgeräten, Energiesparkomponten im Motorenbereich, Haushaltsgeräten, u. v. m. beauftragt.

Risiken
Der von BeoPlast im Auftrag von Kunden verarbeitete Rohstoff wird in der Regel aus den Bestandteilen von Erdöl hergestellt und ist damit preisabhängig van den Anbietern. Eine von den Erdölförderländern gestaltete Preispolitik kann alternative, biobasierte Rohstoffe unattraktiv erscheinen lassen und deren Entwicklung deswegen bremsen. Weiter ist das Bewusstsein der Einkäufer in der Industrie für eine nachhaltige Produktion und nachhaltige Rohstoffe bislang wenig entwickelt. Entsprechend gering ist das Bewusstsein auf Seiten der Auftraggeber und diese Kriterien bislang werden bislang wenig nachgefragt.